Wer kennt den Rotkanal?

Die dritte Velotour des Aktiven Alters Egerkingen führte zum Teil entlang eines kultur-historisch wertvollen Kleinodes in unserer aargauischen Nachbarschaft – dem 8,5 Kilometer langen Rotkanal zwischen St. Urban und Rothrist.

Der um 1640 erbaute Kanal diente einst zur Wässerung der Felder zwischen Murgenthal und Rothrist und mit der Industrialisierung ab 1850 auch zur Gewinnung von Wasserkraft für Spinnereien, Webereien und Sägereien. Der Kanal verläuft fast parallel zur Aare.

Gleich nach der Überquerung des modernen Aare-Wasserkraftwerkes Ruppoldingen begegneten die Radler dem letzten Zeugen der Rot-Wasserkraft, bevor das Wasser des Rotkanals in die Aare fliesst. Die Rede ist von einem um 1900 gebauten Wasserrad einer ehemaligen Rothrister Drechslerei. Als eindrückliches Beispiel der Wasserkraft war das Wasserrad an der Landesausstellung (Landi) 1939 in Zürich ausgestellt.

Mal mehr und mal weniger nah aufwärts dem Kanal entlang und vorbei an der mächtigen alten Spinnerei aus dem Jahre 1862 fuhren die Velofahrer bis zur Abzweigung zum Murgenthaler Dorfteil Riken. Nun begannen die recht happigen Aufstiege nach Riken, Glashütten und Balzenwil. Die langgezogene Abfahrt im Grenzgebiet der Kantone Aargau, Bern und Luzern, vorbei an schönen Bauernhöfen und reifen Kornfeldern und bis hinunter zur imposanten Klosteranlage St. Urban war eines der (sportlichen) Highlights der Tour.

Nach einer gemütlichen Rast in einer lauschigen Gartenwirtschaft ging die Tour weiter dem Rotbach entlang durch ein schönes Naturschutzgebiet bis zum Stauwehr, welches die Wässer der Rot, Murg und Langete in den Rotkanal leitet und reguliert. In diesem Gebiet ist der Rotkanal auf einer längeren Strecke sogar in den Felsen gehauen.

Nach kurzer Fahrt war der Weiler Walliswil im westlichsten Zipfel des Kantons Aargau erreicht und kurz darauf bereits Murgenthal. Über die alte Holzbrücke ging die Fahrt zurück in den Kanton Solothurn und via Fulenbach, Neuendorf nach Egerkingen.

Nach der fast 50 Kilometer langen Tour lud Monika Graf dann noch zum Abschlusstrunk in ihr „Grotto Conte“ ein.

VON HANSRUEDI AESCHBACHER

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Radtour 4.7.18 Rotkanal
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