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Am 23. Juni 26 begaben sich bei grosser Hitze 16 interessierte Personen per Bahn nach Aarau um die Meyerstollen unter dem Bahnhof zu besichtigen. 

In den Stollen erwartete uns eine angenehme und willkommene Temperatur. Die gut einstündige Führung wurde von Frau Sinitc vorgenommen, welche uns interessante Informationen lieferte und auch Fragen beantwortete. Wer wollte, konnte sich mit Helm (teils gebückt) einige Meter in einen Seitenstollen begeben. 

Diese Stollen in Aarau sind ein schweizweit einzigartiges unterirdisches Bauwerk. Einzigartig aus zweierlei Gründen: 1. der Standort ist nahe bei einer Stadt und 2. aufgrund der Nutzung als unterirdische Sammelanlage von Grund- und Sickerwasser.

Die Stollen wurden vom Seidenfabrikanten Johann Rudolf Meyer Sohn (1768-1825) angelegt. Gerüchte besagen, dass diese unterirdischen Gänge im 18. und 19. Jahrhundert als geheime Produktionsstätte für Falschgeld dienten. Eine polizeiliche Untersuchung der Regierung verlief jedoch im Sande und die Suche nach einer Fälscherwerkstätte blieb erfolglos.

Der wahre Zweck der Stollen diente aber primär der Frühindustrialisierung. Sie wurden ab 1791 bis 1810 in drei Etappen gebaut um ein sumpfiges Gelände zu entwässern, Wasser für eine Färberei zu sammeln und ein grosses Wasserrad für Stoffveredelungsmaschinen zu betreiben. 

Seit 2010 ist ein kurzer Abschnitt des Stollensystems für die Bevölkerung zugänglich (Gesamtlänge 1,7 Kilometer).
Gut zu wissen: Jedes 1. Wochenende des Monats (Sa und So) findet eine freie Besichtigung zwischen 14-16 Uhr mit jeweils einer Kurzführung um 14.15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Text: Therese von Arx, Bilder: Therese von Arx und Martin von Arb






































Meyerstollen Aarau Di 23.6.26
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